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Was ist Supported Employment?

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Supported Employment Schweiz

c/o IG Arbeit
Unterlachenstrasse 9
6002 Luzern

Telefon +41 (0)41 369 68 76
 

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DIE ENTWICKLUNG IN DER SCHWEIZ

Supported Employment wird meist als amerikanisches Konzept bezeichnet, da wesentliche konzeptionelle Arbeit bereits früh in den USA geleistet wurde und dort auch bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gesetzliche Grundlagen geschaffen wurden.

Supported Employment hat aber auch eigenständige Wurzeln in der Schweiz. Dabei können drei Phasen unterschieden werden.

Bereits Mitte der 80er Jahre wurde in Zürich das erste Projekt (der Zürcher Arbeitskette) gestartet und anfangs der 90er Jahre folgten weitere –auch heute noch bestehende – Fachstellen, getragen von sozialen Einrichtungen. Dies allerdings ohne Bezug auf das Modell, das inzwischen auch andernorts in Europa Fuss fasste. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, wo mit Supported Employment vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten unterstützt werden, richteten sich alle frühen Projekte in der Schweiz an Menschen mit schweren psychischen Beeinträchtigungen. Bereits früh begleiteten einzelne Institutionen auch die Ausbildung von Lehrlingen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit diesem Modell. Trotz durchaus erfolgreicher Tätigkeit blieben diese Projekte aber in der Regel klein, und – nach anfänglichen Vernetzungsversuchen – arbeiteten sie weitgehend unbemerkt und isoliert.

Eine zweite Phase zeichnete sich ab, nachdem drei Forschungsprojekte(→Forschung) das Thema aufnahmen und den Begriff Supported Employment (bzw. Job Coach) in die Diskussion einführten. Zwei dieser Projekte (Job Coach Projekt an der UPD Bern und EQOLISE an der PUK Zürich) bauten neue Fachstellen ebenfalls im Bereich psychischer Gesundheit auf.

Die dritte Phase ist von kreativen Entwicklungen und zunehmender Unübersichtlichkeit geprägt. Steigende Rentenzahlen und Versicherungskosten richteten in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit vermehrt darauf, wie Neuberentungen vermieden werden können. Damit gewannen Programme für Menschen an Bedeutung, die nach Unfall oder schwerer Krankheit (psychisch oder körperlich) gefährdet sind, aus dem Arbeitsprozess zu fallen. Die ökonomische Dimension der Kostenreduktion gewann vermehrt an Bedeutung. Versicherer entwickelten eigene Konzepte im Rahmen oder unter dem Label eines Case Managements. Vor allem in diesem Bereich traten neue private Anbieter auf. Diese stehen in vielen Fällen dem Konzept des Supported Employment nahe oder orientieren sich daran. Auch die Politik nahm die Begriffe Job-Coaching oder Support am Arbeitsplatz auf. Die Herausforderung der Integration auf Arbeitsplätze im allgemeinen Arbeitsmarkt prägte bereits die 4. und besonders die 5. IVG-Revision.

Kleinere und grosse Kommunen nutzen das Modell des Job-Coachings auch, um sozialhilfeabhängige Langzeitarbeitslose und Jugendliche, die von sozialer Desintegration bedroht sind, sozial und beruflich zu integrieren.
Auftraggeber und Zielsetzung eines Programms sowie Bedarf und Voraussetzungen unterschiedlicher Zielgruppen haben selbstverständlich Auswirkungen auf die Gewichtung einzelner Schritte und das methodische Vorgehen.

Diese Vielfalt zeigt die Attraktivität des Modells Supported Employment, das gerade durch individualisiertes Vorgehen kreative Lösungen ermöglicht. Gleichzeitig zeichnet sich auch eine Entwicklung zur Beliebigkeit ab, bei der grundlegende Komponenten und auch erprobte Elemente und Verfahren des Modells, deren Relevanz in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt ist, übersehen werden.
Hier will supported employment schweiz durch Erfahrungsaustausch, Information und Weiterbildung zur Qualitätssicherung beitragen.

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Supported Employment in der Schweiz

Referat gehalten an der Jahrestagung der BAG-UB in Suhl 2007

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